Silvester Afternight8 min read

Ich habe es aufgegeben. Bis 6 Uhr habe ich versucht, zu schlafen, aber Silvester hat den kleinen Rest, den man noch „Schlafrhythmus“ hätte nennen können völlig zerstört. So bin ich also hier und schreibe den ersten Beitrag im Blog im Jahre 2018 und den ersten Beitrag seit ungefähr einem Vierteljahr. Frohes Neues!

Ja, ich weiß, ich wollte mehr im Blog schreiben. Aber ich habe es gesagt: Die Wette mit Moritz ist vorbei, daher muss ich auch nicht mehr zwei Beträge pro Monat bringen. Apropos: Moritz, wo ist eigentlich der Kasten Bier? 😉

Außerdem muss ich zugeben, dass ich noch nicht mal dazugekommen bin, mein privates Tagebuch zu schreiben, was eigentlich auch mal wieder an der Tagesordnung wäre. Ich habe aber schon an den einen oder anderen Beitrag gedacht, den ich noch bringen könnte.

In dem Post will ich mal einen kleinen Rückblick über 2017 machen und eine kleine Vorschau auf mein 2018 geben.

Silvester in Straßburg

Auch wenn ich Silvester lieber in München gefeiert hätte (gestern hat sich das nochmal bestätigt 😉 ), musste ich Silvester letztes Jahr in Straßburg feiern, weil dort die Ferien sehr knapp nach Silvester wieder zu Ende sind (Der 2. Januar war glaube ich schon der erste Vorlesungstag). Die Feier war schon nicht schlecht, aaaber nicht ganz so geil wie die Feier dieses Jahr.

Wenn es allerdings um den Winter allgemein geht, fand ich den Winter in Straßburg besser als den Winter hier. Auch wenn es in Straßburg weniger Schnee gab als es normalerweise hier in München gibt, war es wenigstens konstant kalt während es hier in diesem Winter an einem Tag -5 Grad und am nächsten +10 Grad ohne Schnee gibt. Doch weiter im Text.

Projet topographique und Rückkehr aus Straßburg

Auch in Straßburg wurde es langsam wieder Sommer und ich habe mich schmerzlich wieder daran erinnern müssen, wie sehr ich den Sommer bei meiner Ankunft gehasst habe. In meinem Zimmer gab es nämlich eine Heizung und ein Fenster. Da ich über die Heizung keine Kontrolle hatte, war die einzige Möglichkeit, die Temperatur zu regeln: Fenster auf –> kalt, Fenster zu –> warm. Im Sommer hingegen konnte ich wählen zwischen Fenster zu –> heiß und Fenster auf –> noch heißer. Auf Klimaanlagen wurde in dem Heim verzichtet, denn die wären ja schließlich Komfort. Doch der Sommer hatte auch seine guten Zeiten, zum Beispiel gab es dort das einmonatige Projet topographique, ein Projekt, bei dem wir einen Monat lang Katastervermessungen für das echte Kataster machen durften! Das bedeutet, dass wir in die Pampa fahren mussten und zu den Leuten in die Gärten gehen, um dort die Neubauten der letzten fünf Jahre zu vermessen. So eine Übung gab es zwar auch in München schon, aber nicht in dem Ausmaß, vor Allem war es aber eine Fake-Übung, denn die Ergebnisse wurden nach der Übung direkt verworfen. Hier waren unsere Ergebnisse aber tatsächlich relevant.

Doch nach dem Projet topographique war das akademische Jahr in Straßburg auch schon um und ich machte mich langsam aber sicher auf den Weg zurück. Das war schlimm: Es waren zwar „nur“ zwei Wochen, die zwischen dem Projet und meiner Abfahrt lagen, aber zwei Wochen, in denen ich fast nichts zu tun hatte. Und wenn es eine Sache gibt, die ich gar nicht leiden kann, dann ist es, länger als zwei Tage auf der faulen Haut zu liegen.

Praktikum beim LDBV und meine zukünftige Arbeit

Günther, wenn du das in naher Zukunft liest: Ich bleibe noch mindestens, bis alle Tests stabil laufen 🙂

Ja, nach meiner Rückkehr habe ich mich dann an einen weiteren Pflichtteil meines Studiums gemacht: Das Praktikum beim LDBV oder auf aussprechbar: dem Vermessungsamt. 90% der Praktikanten machen dort ein Praktikum im Außendienst und laufen so wie ich beim Projet durch die Gärten der Leute. Andere sortieren Luftbilder ins Archiv ein. Manche erfüllt diese Art von Arbeit, ich hingegen war der einzige Spielentwickler beim LDBV. Und zwar für VR. Ja, ich durfte beim Vermessungsamt VR Spiele programmieren. Doch mehr dazu in diesem Beitrag. Augenscheinlich haben die Spiele, die ich dort programmiert habe, den Verantwortlichen so gut gefallen, dass sie mich direkt einstellen wollten. Und ich habe „ja“ gesagt. Denn was hätte ich auch anderes sagen sollen, wenn ich dafür bezahlt werde, VR Spiele spielen zu dürfen! Aber das Vermessungsamt ist halt eine Behörde. Und in meiner Praktikumszeit habe ich die bayrische Amtsgemütlichkeit auch ein wenig mitbekommen: vormittags Kaffeepause, mittags Mittagspause, nachmittags Sektpause und dann Feierabend. Und ab und zu arbeiten. Ich will nicht generalisieren, denn es gibt einige sehr nette Menschen beim LDBV, die tatsächlich mehr arbeiten als Pause machen, aber es gibt halt auch die Anderen. Und somit ist es kein Wunder, dass ich seit einem halben Jahr immer noch auf meinen Arbeitsvertrag warte. Und ohne Arbeitsvertrag kann ich nicht arbeiten, denn eine Behörde kann ja schlecht schwarz einstellen, das wäre irgendwie ein Widerspruch in sich.

(Wenn ich übrigens gerade aus dem Fenster schaue, kann sich die Sonne auch schon wieder nicht entscheiden, ob sie scheinen will oder nicht. Typisch Münchner Wetter!)

Bachelorarbeit

Die Forschungsarbeit habe ich schon fast komplett in Frankreich gemacht, die eigentliche Arbeit habe ich dann, ganz klischeehaft erst eine Woche vor Abgabe geschrieben. Aber weil ich ja schon die gesamte Recherche und Forschung fertig hatte, musste ich mein Wissen nur noch irgendwie zu Papier bringen. Und mitten während meines Praktikums verteidigen, was zu einem sehr kuriosen Zeitplan im Praktikum führte.

Das Thema meiner Arbeit hat sich am Anfang sogar für Fachkundige echt interessant angehört, wurde aber mit jedem unbekannten Fehler langweiliger. Ich glaube, dass ich noch nie so viele kuriose Formulierungen der Meldung „Unbekannter Fehler“ gesehen habe, wie in dieser Arbeit. Eigentlich bestand die Bachelorarbeit irgendwann mehr aus Workarounds als an eigentlicher Forschung. Aber bestanden ist bestanden, und das sogar gar nicht so schlecht.

Prüfungen und das 7./5. Semester

Eigentlich wollte ich darüber im Oktober einen getrennten Beitrag schreiben. Mit Betonung auf dem Konjunktiv. Denn im Sommer hat mich direkt die erste Runde Spätfolgen vom Auslandsjahr eingeholt: 20 Prüfungen! Da ich da dann mindestens eine Prüfung pro Tag hatte, manchmal sogar mehr, blieb da pro Prüfung nicht viel Zeit, um zu lernen. Hinzukam noch, dass die Prüfungen fast alle zu Fächern waren, bei denen ich nie in den Vorlesungen war, ich war ja schließlich in Frankreich. Leider habe ich von den Prüfungen nur eine bestanden, aber immerhin besser als nichts. Ich hätte fast auch mehr Fächer bestanden, aber es war halt das typische: Ich habe alle Themen gelernt bis auf eines. Und in der Prüfung kommt natürlich genau das Thema dran, auf das ich nicht gelernt habe. Die 20 Prüfungen kamen übrigens dadurch zustande, dass ich in Frankreich eine ziemlich ungünstige Fächerkombination hatte, von der mir nur ziemlich wenig anerkannt werden konnte. Andere ERASMUS-ler kann ich aber ermutigen, das läuft angeblich meistens besser.

So war ich dann offiziell in meinem 7. Semester, praktisch aber habe ich das 5. nachgeholt. Und da kam Spätfolge Nummer 2: Bei meiner Abfahrt habe ich mich bewusst entschieden, mich für meine Zeit im Ausland nicht beurlauben zu lassen. Im Nachhinein gesehen ein großer Fehler, denn jetzt sieht es offiziell so aus, als ob ich ein Jahr fast nichts gemacht habe (aufgrund der geringen Anerkennung meiner Leistungen) und daher muss ich in diesem Semester 7 Prüfungen bestehen. Ohne Fehltritt. Oder ich bringe einen Härtefallbeschluss durch, aber die sind auch nicht so einfach zu bekommen.

Silvester

Und damit wären wir mit allem Wichtigen für dieses Jahr meiner Meinung nach auch schon (fast) durch. Weihnachten habe ich, wie jedes Jahr mit meinen Eltern auf den kanarischen Inseln verbracht. Bilder davon gibt’s auf Instagram. Doch das Hotel in dem wir seit 15 Jahren immer sind ist mit der Zeit zu einem regelrechten Altersheim geworden. Daher habe ich dort auch nur Weihnachten gefeiert und bin für Silvester wieder zurück nach München gekommen.

Und noch @meine Eltern: Die Silvesterparty war sehr schön (ich war bei Freunden und deren Patchworkfamilie) und es gab keine Alkoholexzesse (wirklich nicht!), nur Raclette und Champagner (kein Scherz!). Und ein ziemlich geiles Feuerwerk (auch auf Instagram)!

Und was passiert 2018?

Nun, ein Hellseher bin ich nicht, aber ich kann ja mal die Glaskugel fragen. Also erstmal düse ich noch in den Skiurlaub ab. Dann muss ich noch um möglichst viel Anerkennung von Prüfungen aus Straßburg betteln und irgendwie den Härtefallbeschluss durchbringen. Oder alternativ 7 Prüfungen bestehen. Sonst werde ich, so hart es sich auch anhört, nach 7 Semestern mit geschriebener Bachelorarbeit zwangsexmatrikuliert. Das bedeutet, dass ich dann kein abgeschlossenes Studium hätte (also wieder von vorne anfangen müsste) und in ganz Deutschland für den Studiengang Geodäsie gesperrt wäre. Und das alles nur wegen einer formalen Lappalie. Hört sich makaber an, ist aber leider die Realität.

Doch um die Stimmung wieder hoch zu bekommen: Wenn das Mahlwerk des Vermessungsamtes irgendwann in naher Zukunft in die Gänge kommt, kann ich mit einer ziemlich geilen Arbeit anfangen.

 

So fertig. Ich bin mal gespannt, wie viele den Beitrag nach der langen Pause anklicken werden 🙂 .

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