WhatsApp, und wann es zu viel ist (Juhuu, ich bin in Rom :) )5 min read

Also erstmal ne kurze Antwort auf die Frage „Wieso postest du drei Sachen auf einmal?“ Wieder mal ist die Antwort ziemlich einfach: Die Storys, die ich gerade gepostet habe, sind ein Beispiel für Posts, die bei mir länger als Entwurf herum lagen und die ich irgendwie noch überdenken wollte. Und jetzt möchte ich eben etwas erzählen, was davon abhängt, das wiederum davon abhängt.

Also worum geht’s jetzt? Also „Magdalena“ hatte spontan die Idee, zu verreisen, das war am letzten Montag, und zwar ohne ein konkretes Ziel. Ich dachte mir, warum nicht, und sagte ihr, dass ich mitkommen würde. Ja und jetzt sitze ich hier in Rom in einer Pizzeria und esse eine „Pizza Parma“. Eines muss man der Pizzeria lassen: Meine Pizza schmeckt nicht schlecht und immerhin wurden uns die 12% Servicegebühr erlassen. Wer aber in diese Pizzeria mit der Erwartung hereinkommt, eine seitenlange Auswahl an Pizzen zu bekommen, wie es in anderen Pizzerien in Italien zum Teil der Fall ist, der ist hier falsch, denn das ganze Menü inklusive Pasta, Sandwiches und Getränken passt auf 2 Seiten. Anders bei Magdalena, sie meinte, dass ihre Pizza Quattro Formaggi maßlos versalzen war.

Aber fangen wir mal am Anfang an: Am Mittwoch Abend haben wir endlich entschieden, dass es nach Rom gehen soll und zwar mit dem Bus, denn wir konnten keine Zugverbindung finden. Nachdem ich (was die meisten von euch wahrscheinlich eh schon wissen), bei meiner letzten Busfahrt von Straßburg nach München eine zweistündige Umstiegspause im eiskalten Karlsruhe hatte, bin ich ja eh schon nicht so gut auf lange kommerzielle Busfahrten zu sprechen, auch wenn der Bus die Bahn preislich (meistens zumindest) um längen schlägt. Aber bei der Herfahrt hat Flixbus dem ganzen die Krone aufgesetzt: Die Fahrt sollte uns in eine Richtung 50 € kosten, davon 30 € die Fahrt mit Flixbus von Straßburg nach Mailand und 20 € die Fahrt mit einem italienischen Busunternehmen von Mailand nach Rom. Nur dass bei Flixbus das Buchungssystem irgendwie kaputt war und die nette Dame vom Kundendienst uns empfahl, das Ticket doch beim Busfahrer zu kaufen, der dann 70 € pP anstatt der geplanten 30 € verlangte. Auf meine Frage wieso gab er aber einfach keine Antwort und schwieg. Naja und als wir dann von Mailand nach Rom mit diesem italienischen Busunternehmen fuhren, war die On-Board-Toilette einfach aufgrund der nicht funktionierenden Spülung und den deswegen gänzlich in der Schüssel verbleibenden Hinterlassenschaften quasi geruchsmäßig unbenutzbar. Aber ich hatte leider keine Wahl. Der Zug ist zwar teurer, aber immerhin hat man immer mehrere Toiletten zur Auswahl und die Preise sind auch berechenbar. Im Nachhinein hat uns auch jemand gesagt, dass wir auch z. B. den Zug nur bis Mailand hätten nehmen können, und ab dort mit dem Bus weiter zu fahren. Aber eben erst im Nachhinein 🙂 Aber auch diese Busfahrt ging irgendwann zu Ende und es war gar nicht mal so schlimm, ich hatte nämlich klasse Gesprächspartner, nämlich eine Inderin und einen Italiener, nur Magdalena schlief entweder oder chattete mit ihren türkischen Freunden auf WhatsApp, je nach dem ob das Wlan im Bus gerade ging oder nicht. Ein Gespräch mit ihr war quasi unmöglich, aber egal. Der Italiener hat uns auch sogar fast bis zu unserem Hostel begleitet, erst am Hauptbahnhof musste er uns verlassen. Das Hostel, in dem wir wohnen ist, naja ein Hostel eben. Kostenpunkt 9 € pro Nacht, dafür halt kein Frühstück inklusive (wobei das jetzt auch nicht sehr teuer ist und sogar richtig gut schmeckt), eine Toilette und Dusche ohne Licht und Schlafsäle für je 10 Personen. Immerhin eines: Supernettes Personal, das uns für heute schon einige echt nützliche Tipps gegeben hat.

Frisch ausgeschlafen stürzten wir uns in den (leider regnerischen) Tag. Der Rezeptionist meinte, dass es an einem solchen Tag das Beste sei, den Vatikan und vor Allem die vatikanischen Museen zu besuchen, weil dort 90% gut überdacht seien. Und er gab uns den Tipp (den ich auch gerne an alle anderen Romreisenden weitergeben möchte), uns das Ticket für die vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle online zu reservieren. Das kostet zwar 4 € mehr, aber man kann entspannt an der sonst ellenlangen Warteschlange an der Kasse vorbei gehen. Gesagt getan und so waren wir heute in den vatikanischen Museen, in der Sixtinischen Kapelle und danach im Petersdom. Irgendwie habe ich mir die Sixtinische Kapelle aber etwas spektakulärer vorgestellt. Natürlich haben wir das berühmte Deckengemälde von Michelangelo gesehen, aber da war immer dieser Mann, der Alle erstmal per Megafon zur Stille bat, um dann selber lauthals immer dann, wenn einer dieser bösen Touristen seine Spiegelreflexkamera zur Decke richtete, „NO PHOTOS PLEASE“ zu schreien. So viel also zum respektieren der Stille. Und auch der Petersdom war irgendwie auch nur eine Kirche, nur eben etwas größer, und dass dort die sagenumwobene Bronzestatue des heiligen Petrus steht (dessen Füße ich natürlich auch berührt habe).

So, und jetzt sitze ich in einer Pizzeria, meine Pizza Parma habe ich gerade aufgegessen, da hat meine Begleitung noch nicht mal angefangen, die sitzt nämlich wieder vor WhatsApp, angeblich eine sauwichtige Sache, die sie mir aber aufgrund der starken Komplexität nicht erklären könne. Als ich ihr nach rund 20 Minuten schon gesagt habe, dass ich es irgendwann ziemlich respektlos finde, verteidigte sie sich mit dem Totschlagargument, dass das eben nicht vorhergesehen war und es manchmal wichtigere Dinge als ein Gespräch mit dem Reisepartner gäbe. Na dann. Ich glaube, ich gehe jetzt bezahlen und suche den Geocache vor der Tür.

Kurze Anmerkung des Verlegers (der ja auch irgendwie ich wieder bin): Natürlich schreibe ich keine so langen Texte aus einer Pizzeria, ich bin schon wieder im Hostel und sitze am hiesigen Gäste-PC, der wahrscheinlich einen uralten Intel Pentium IV Prozessor hat und den Lüftergeräuschen zufolge mir bald um die Ohren fliegen wird, aber immerhin ist eine Tastatur dran, was zum Schreiben irgendwie das wichtigste ist 😉 . Aber bevor hier irgendwas schlimmeres mit dem PC passiert, drücke ich mal lieber aufVeröffentlichen“ und verschwinde wieder 🙂

Zweite Anmerkung des Verlegers: Weil noch einige Fotos auf der Speicherkarte von Magdalenas Kamera sind und der PC sich hier wahrscheinlich ganz aufhängt, wenn ich noch meine Fotos hier hochladen möchte, kann ich euch noch keine Fotos zeigen, aber sobald ich kann, werden sie natürlich sofort hochgeladen, Indianerehrenwort!

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