Ab nach Italien (und auf zum Zeitungsaustragen)2 min read

Erinnert ihr euch, wie ich vor langer Zeit mal versprochen habe, euch zu erzählen, wieso ich so früh raus muss? Und habt ihr auch gemerkt, dass ich euch die Auflösung frecherweise einfach unterschlagen habe? Hier die Lösung: Italien!

Also jetzt wo das Geheimnis schon quasi ganz gelüftet ist, hier die Details: Alle straßburger Geodäten aus meinem Jahrgang fahren im April auf die sogenannte „voyage technique“ oder kurz „VT“. Auf Deutsch würde sich das Ganze „Technische Reise“ schimpfen. Und da gehts eben nach Italien. Auf dem Weg statten wir z. B. Leica einen Besuch ab, schauen uns irgendwelche Sternwarten an (soweit ich es gehört habe ^^ ) und noch vieles Andere, was ein Geodätenherz so erfreut. Und weil die Reise eben nicht so ganz billig ist, müssen wir sie irgendwie finanzieren, z. B. indem wir die INSA-eigene Cafeteria eine Woche lang übernahmen (Das war auch der Grund, wieso ich damals so früh aufstehen musste). Eine Woche lang gab es damals also Wraps und belegte Brötchen millimetergenau vermessen für je 3€. Und geschmeckt haben die, das war echter Himmel im Mund 🙂

Und an dem Sonntag, von dem ich hier erzähle, ging es eben darum, das Gemeindeblatt unter die Leute zu bringen. Jeder Zeitungsträger kann bestimmt ein Lied davon singen, wie es ist, vor einer Wand aus 35 Briefkästen zu stehen, erstmal die Briefkästen der Abonnenten zu finden (die bekamen das Blatt nämlich in einem persönlich adressierten Umschlag) und dann bei jedem anderen auch eines einzuwerfen. Wobei, wenn man schon so weit war, hat man eigentlich den spannendsten Teil schon hinter sich: Vor der Tür in eisiger Kälte darauf zu warten, dass mir einer der 35 Bewohner aufmachen würde, fand ich irgendwann doch nerviger. Am Anfang habe ich ja noch brav jedem, bei dem ich geklingelt habe, 2 Minuten gegeben, damit er in Ruhe aufstehen, zur Tür gehen und mir öffnen konnte und natürlich habe ich versucht, möglichst wenige aus der sonntäglichen Morgenruhe aufzuwecken. Die zwei Minuten wurden immer kürzer, bis ich irgendwann dazu überging, ganz nach meiner Art das gesamte Haus zu wecken. Komischerweise machte mir trotzdem immer nur einer auf und nicht etwa mehrere oder sogar alle 35. Oh, und dann war da noch der Junge, der mir unbedingt seine Hausaufgaben zeigen wollte 🙂

 

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