Eine interessante Frau2 min read

Hendrik, falls du das mal liest, ich meine nicht dein interessant, ich meine mein interessant!

Nennen wir sie Magdalena und sagen wir sie kommt aus England. Tatsächlich heißt sie anders und kommt auch nicht aus England, aber für den Moment ist das ok. Magdalena ist auch schon seit September hier, durch Zufall haben wir sie aber erst jetzt kennengelernt (Wir=die Erasmus Studenten um mich herum). Was an ihr so interessant ist? Klar natürlich sieht sie auch schön aus, aber vor Allem ist sie ein Wiederspruch in sich. Zum einen technikverspielt (es hat sich noch nie jemand, vor Allem kein Mädchen so detailliert für meine SmartWatch interessiert), zum Anderen aber auch etwas in der Vergangenheit steckengeblieben (Sie hat noch nie auf Amazon eingekauft und sieht auch kaum YouTube Videos).

Achso und sie sucht nach Digitaluhren. Die sind nämlich angeblich in ihrer Heimat so schwer zu bekommen. Es muss entweder eine digitale Armbanduhr sein oder eine analoge, bei der man den Mechanismus durch das Ziffernblatt sieht („Wie kann man denn eine analoge Uhr tragen“, Originalzitat, als wir vor einem Uhrengeschäft standen, in dessen Schaufenster keine einzige Uhr ein durchsichtiges Ziffernblatt hatte). Es ist ja nicht so als hätte sie schon eine digitale Armbanduhr. Und selbst die zeigt die Uhrzeit nicht die ganze Zeit an, wie es eine normale Uhr tut, sondern sie hat eine Touch-Oberfläche und blendet die Uhrzeit mit einer sehr schnörkeligen Animation ein, wenn man diese berührt. Es ist keine SmartWatch, nur eine Armbanduhr mit Spielereien. In Rot. Das ist insofern komisch, als dass ihre absolute Lieblingsfarbe gelb ist (Als ich ihr gezeigt habe, dass man auf meiner SmartWatch den Hintergrund auch gelb machen kann, wollte sie die SmartWatch quasi gleich mit nach Hause nehmen).

Woher ich das alles weiß? Naja, eigentlich wollten wir, nachdem ich alle Zeitungen ausgetragen hatte, den straßburger Kultursonntag nutzen und uns 2 oder 3 Museen ansehen, die an jedem ersten Sonntag im Monat kostenlos sind, aber der Weihnachtsmarkt machte uns nach dem ersten Museum einen Strich durch die Rechnung. Und so zogen wir bis Abends durch die Stadt und unterhielten uns über Glühwein (ich konnte sie als kategorische Alkoholverweigerin nicht dazu überreden, auch nur einen Minischluck zum Probieren zu nehmen), Plätzchen und ihre Diät, die sie spontan auf dem Weihnachtsmarkt beendete, die übermäßige Weihnachtsdeko und eben über Uhren und Farben. Blau mag sie z. B. gar nicht.

Manchmal halte ich mich ja auch schon für ganz schön nerdy: Ich spiele Zork und sehe viele soziale Konstrukte eher wissenschaftlich, wo andere wahrscheinlich einfach intuitiv handeln würden. Aber sie übertrifft das nochmal. Und das ist irgendwie spannend, aber auch irgendwie wieder komisch.

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