Von kämpfender Lebensenergie, penetrierenden Technikern und … Stille4 min read

Was, penetrierende Techniker? Hand hoch, wer ist hier minderjährig (ehrlich jetzt)? Letzten Montag erst entdeckte ich in unserem wunderschönen (ziemlich stinkenden) Aufzug ein Schild, dass es zwingend notwendig sei, dass ein Techniker unbedingt in alle Zimmer pene…räusper reinmüsse, um es von Kakerlaken zu befreien. Im Endeffekt stimmte das ja auch, denn um ein Zimmer „Entkakerlakisieren“ zu können, muss man ja schließlich in das Zimmer rein, also quasi eben eindringen. Dass das Wort „penetrieren“ im Deutschen eine klitzekleine Nebenbedeutung hat, war dem Verfasser des Plakats wohl nicht so geläufig 🙂

Allein die Vorstellung, dass ein Techniker in meinem Zimmer……Ach egal!

…So, da bin ich wieder. Der Techniker ist jetzt in mein Zimmer penetriert und hat zum Glück nur braune Flecken hinterlassen. Und Dragan, nein, der Techniker hat keinen Haufen mitten in mein Zimmer gesetzt! Was groß mit einer ausdrücklichen Bitte, sein Zimmer aufzuräumen, angekündigt wurde, war im Endeffekt nur eine Aktion von einer Minute. Der Techniker kam, rammte mir fast die Tür ein, als er klopfte, penetrierte, spritzte mit seiner kleinen Spritze einmal kurz ab (Leute, jetzt blendet euer Kopfkino doch einmal aus!) und hinterließ dabei den besagten kleinen braunen Tropfen an der Wand neben meinem Kühlschrank. Wenn jetzt eine Kakerlake daherkommt und diesen leckeren braunen Fleck anknabbert, stirbt sie.

Außer…sie macht von der kämpfenden Lebensenergie Gebrauch! Okay, das war eine echt ungelungene Überleitung, aber was soll’s. Naja, sie sind halt wieder auferstanden, die kleinen Viecher namens Gummibärchen und jedes Kind lernt in der Schule: Was reinkommt, muss auch wieder raus (also an Energie, Leute, ich bitte euch). Wenn ich also nicht kugelrund zurückkommen will, muss ich wieder Sport treiben. Eigentlich wollte ich ja Ju-Jutsu weitermachen, aber wenn halt an der Uni kein Ju-Jutsu angeboten wird? Nun, Zeit, Judo und Aikido zu entdecken! (Ai=Harmonie, Ki=Lebensenergie, universelle Energie, Do=Lebensweg) Und da muss ich sagen, dass die Unterschiede nicht all zu groß sind. Aikidokas lieben es nur, in Röcken zu kämpfen (ich weiß ja nicht, aber ich glaube, ich fände das ziemlich unpraktisch) und in beiden Sportarten muss man alle Techniknamen auf Japanisch können. Ja, meine Freunde, packt mal eure Japanischkenntnisse aus! Da is nischt mit „Armstreckhebel zum Boden“ oder „Hüftwurf“ (fragt mich bitte noch nicht nach den japanischen Übersetzungen dafür 🙂 ).

Okay, und was ist jetzt genau noch mit der Stille? Ach so, ja die Tage der Geodäsie. Urplötzlich sagte mir eine Kommilitonin: „So, ich habe dich jetzt mal so eingeteilt, dass du morgen einen Kuchen mitbringst und die Schicht um 7:30 machst“. Ich wiederhole nochmal in eigenen Worten: Ich, der absolute Morgenmuffel werde natürlich keine Probleme haben, um 7:30 mit Kuchen top fit auf der Matte zu stehen. Bis dahin wusste ich auch nur so halb, was genau um 7:30 passieren würde und weshalb es dort Kaffee und Kuchen geben würde. Aber das erfuhr ich schnell: Es ging um die „Journées de topographie“, also die „Tage der Geodäsie“. Klar, eine Art Tag der offenen Tür, um Studenten für Geodäsie anzuwerben. Da brauchts natürlich Kaffee und Kuchen.

Von wegen. Fachfremde würden sich bei den liebevoll abgekürzten „JDT“ einfach nur langweilen, denn zahlreiche Firmenvertreter und Professoren kamen, um sich die Verteidigungen der diesjährigen Masterstudenten anzuhören. Also mal in die Form eines Zeitplanes übersetzt:

7:30 Aufbau
8:00 Die ersten Kaffeetrinker kommen
8:30 Erste Präsentationsrunde in 3 abgetrennten Räumen aka. eine Stunde … Stille. Und natürlich auch kein Schwein am Kuchenstand 🙂
9:30 Alle trinken einen schnellen Schluck Kaffee und sagenhafte 3 Leute (in Worten: Drei) essen ein Stück Kuchen, bevor sie sich in die nächste Präsentationsrunde bis 10:30 stürzen.
Aber: 10:00 Schichtende. Puh, das war ja spannend.

Ach und übrigens: Ich war auf die Minute pünktlich. Nur der Kuchen war aus dem Supermarkt.

So lief das dann auch am Donnerstag. Also so ungefähr. Da lag meine Schicht nämlich genau in der Mittagspause der Präsentationen, da waren natürlich auch alle auswärts essen.

Nur heute, also am Freitag war es spannender. Mit der Erwartung, dass es genauso spannend werden würde wie bisher ging ich lässig in T-Shirt und Jeans, bis ich merkte, dass (fast) alle um mich herum in Hemd und Sakko waren. Logisch, schließlich war heute die Zeugnisvergabe der Masterstudenten! Ups 🙂 Aber hey, ich wohne ja nur 20 Minuten von der Uni entfernt, also habe ich mich auch schnell umgezogen und servierte den ganzen Nachmittag und Abend Kanapees, Wein und O-Saft. Na wenigstens spannender als Nichtstun!

So, ich höre jetzt aber auch schon wieder auf, denn schließlich ist es gerade 1 Uhr nachts und ich muss morgen früh raus, mehr dazu dann aber im nächsten Beitrag 🙂

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