#FreddiesMeinung

Vorurteile2 min read

Allah Akbar

Mit diesem heutzutage kontroversen Satz verbinden viele Menschen etwas Negatives. Aber ist es wirklich schlimmer als „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.“?

Natürlich verbinden wir alle mehr negative Erinnerungen mit „Allah Akbar“ als mit dem christlichen Pendant, aber rechtfertigt das all unsere Vorurteile gegen Muslime? Ich persönlich versuche möglichst ohne Vorurteile zu leben. Aber als vorhin neben mir auf der Straße ein Mann zu einem anderen „Allah voit tout, oui, oui, Allah voit tout“ (Französisch für „Allah sieht alles, ja, ja, Allah sieht alles“) sagte, habe ich schon einen kleinen Satz gemacht. Manchmal denke ich mir auch das gleiche, wenn ich in eine Gruppe schwarzheutiger hineinlaufe. Alleine dass ich diesen Artikel schreibe, zeugt ja davon, dass mir ein Leben ganz ohne Vorurteile gründlich misslungen ist.

Aber bin ich deswegen ein Rassist? Ich denke nicht, solange wir uns mit dem Thema auseinandersetzen und nicht stammtischmäßig „Die sind doch eh alle gleich, RAUS MIT DEN FLÜCHTLINGEN!“ rufen, ist es in Ordnung.

Wirklich? Hast du gerade echt gesagt, dass es in Ordnung ist, dass du vor jemandem Angst hast, nur, weil er das Wort „Allah“ in den Mund genommen hat, solange du darüber nachdenkst? Solltest du im Idealfall eigentlich überhaupt nicht darüber nachdenken müssen?

Naja, was soll ich sagen. Es ist nicht die Angst vor der Person. Aber als Nicht-Muslim höre ich das Wort „Allah“ meistens nicht in einem positiven Zusammenhang. Gegen das Unwohlsein kann ich daher nicht viel unternehmen, es kommt nämlich automatisch. Alles was ich tun kann, ist, trotzdem möglichst gleichgültig damit umzugehen und Muslime, Afrikaner, Amerikaner, Asiaten, Juden, Christen, Bayern Fans, Dortmund Fans, Münchner und Berliner gleich zu behandeln.

Eine andere Frage, die ich mir regelmäßig stelle: Ich, als weißhäutiger Europäer sehe an vielen Stellen, wie einfach ich einen gefährlichen Gegenstand, ein Messer oder eine Pistole einschmuggeln könnte. Manchmal gehe ich auf Veranstaltungen mit angeblich „ziemlich strengen Kontrollen“. Weil ich immer meine Powerbank, das Ladekabel für mein Handy und das Ladekabel für die Powerbank und eventuell noch das Ladegerät für mein Tablet dabeihabe, ist mein Rucksack zu mindestens einem Drittel voll mit Kabeln. Ich will um ehrlich zu sein nicht wissen, was ich alles daraus basteln könnte, aber teilweise wird mein Rucksack nicht mal geöffnet, sondern nur von unten abgetastet oder ich werde gleich durchgewinkt. Würde das mit einem Asiaten oder einem Mann in Begleitung seiner verschleierten Frau genauso sein?

Nicht mal die ganz großen Überwachungsbehörden arbeiten ganz vorurteilsfrei. Wahrscheinlich werde ich jetzt schon während des Verfassens dieses Artikels alleine aufgrund meiner Google Suchbegriffe „Allah Akbar exakte Übersetzung“ und „Muslimische Glaubenszeichen Männer“ von der NSA oder dem BND überwacht.

Noch eine kurze Bitte: Mich interessiert eure Meinung dazu sehr, aber wenn ihr kommentiert, dann bitte zivilisiert. Eine konstruktive Diskussion ist ok, Beleidigungen nicht.

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